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Traumberuf Kitelehrer - Interview mit Patrick von Kitesurfing.at

04.11.2018 09:31

Heute sprechen wir mit Patrick, dem Stationsleiter von Kitesurfing.at am Nord Nord Strand von Podersdorf/Neusiedlersee in Österreich. Kitesurfing.at ist eine der ältesten Kiteschulen in Österreich, hier wird bereits seit 1999 unterrichtet. Patrick gibt uns heute einen kleinen Einblick in die Arbeit als Kitelehrer und erzählt uns von seinen Erlebnissen.

Hier ein paar Fakten:

Geboren: 1983
Familienstatus: In einer Beziehung
Ich kite seit: 2006
Lieblings Move: Inverted double Backroll Transition One Foot
Lieblingsspot: Podersdorf
Lieblingsgetränk: Espresso

Kiteladen: Patrick, Du bist schon einige Jahre im Geschäft und als Kitelehrer tätig. Wieso bist Du Kitelehrer geworden und wie bist Du nach Podersdorf zu Kitesurfing.at gekommen?

PATRICK von Kitesurfing.at: Es war eigentlich Zufall. Ich habe durch meinen damaligen Mitbewohner Erfahrungen im Landkiten machen können. Wir sind stundenlang einfach nur durch die Lüfte geflogen. Irgendwann war es dann soweit den Schritt vom Landkiten zum Kitesurfen zu machen.

Ich habe anfangs nicht verstanden, dass ich bei 25 Knoten mit einem 8qm Kite rausgeschickt worden bin, denn am Land habe ich 8qm bei 8-9 Knoten voll angepowert verwendet.

Mein Mitbewohner war dann schon Kitelehrer bei kitesurfing.at am Neusiedler- See in Podersdorf und verbrachte immer den Sommer am See. Irgendwann wollte er spontan nach Brasilien im Sommer. Der Chef hat gemeint: „kein Problem, aber Du musst mir Ersatz bringen“ Und dieser Ersatz war dann ich.

Kiteladen: Im Herbst kann man bei Kitesurfing.at auch die Ausbildung zum Kitelehrer absolvieren, welche Vorerfahrung benötigt man um an diesem VDWS Kurs teilzunehmen?

PATRICK von Kitesurfing.at: Man hat zwei Möglichkeiten in Podersdorf – einmal VÖWS – Ausbildung im April und einmal VDWS September. Beide Vereine arbeiten nach den gleichen Methoden und arbeiten zum Glück auch zusammen.

Man sollte einen sicheren Umgang mit dem Kite haben, Höhe laufen, Halsen und Wenden sowie sichere Sprünge beherrschen. Natürlich sollte man auch methodische und didaktische Skills haben, wobei man dies auch ein wenig lernen kann.

Es bedeutet nicht, dass ein Profi- Kitesurfer unbedingt auch eine guter Trainer ist. Die Arbeit am und mit dem Menschen, sowie das Zerlegen von einzelnen Dingen in seine Einzelheiten ist extrem wichtig. „Erkläre den Wasserstart“ – da gibt es viele Varianten. Wenn Du es nur auf eine Art erklären kannst, bist Du in meinen Augen kein guter Trainer.

Kiteladen: Wenn wir vom Beruf des Kitelehrers sprechen, dann denkt wohl jeder an warmes Wasser, lachende Menschen und Haare, die durch den Wind wehen. Sieht Deine Realität ebenso aus und wieviel Zeit bleibt Dir selbst zum Kitesurfen?

PATRICK von Kitesurfing.at: Es ist schon eine sehr schöne Arbeit, dies kann man nicht bestreiten. Das Schönste daran sind die lachenden Menschen, die ihre Freizeit am Strand verbringen – alle sind gleich am Strand und haben die gleichen Probleme – „wie springe ich denn nun die Backroll?“.

Kitesurfen gibt einigen Personen einen neuen Blickwinkel auf das Leben und vor allem die Arbeit. Dies zu sehen ist schon sehr spannend.

Warmes Wasser habe ich nicht immer, aber das stört mich nicht. Ich brauche kein kristallklares Wasser und 30 Grad – ich liebe den abwechslungsreichen Neusiedlersee mit seinen vielen Gesichtern. Und ja, das schulen und unterrichten hier am See ist nicht einfach – da solltest Du schon etwas Skills haben.

Natürlich ist es von Zeit zu Zeit schön, wenn man neue Spots und Destinationen erleben kann – wenn man dann einen Kitespot bzw. kristallklares Wasser findet, wo man seine Füße im Wasser sieht ist es jedes Mal aufregend.

„Mach Dein Hobby zum Beruf“ – stimmt in vielen Fällen. Es ist allerdings auch Arbeit, und so sehe ich es auch. Es kann sehr stressig sein, vor allem, wenn es nicht danach aussehen darf. Keiner der Kunden denkt, dass es als Lehrer oder am Strand mal stressig sein kann. Und es ist ja auch gut so, ein gewisses Image müssen wir auch verkaufen.

Wie viel Zeit mir persönlich zum Kiten bleibt? Das ist immer eine Frage des Windes natürlich kombiniert mit dem eigenem Zeitmanagement. Wenn man es darauf anlegt und der Wind schon vor Sonnenaufgang da ist, macht man eine Frühsession, verzichtet auf gemütliches Mittagessen und macht in der Pause eine Session, sowie eine Sundowner Session. Dann steckst Du zwar 12 Stunden im Neoprenanzug und bist abends komplett erledigt, aber es lohnt sich.

Kiteladen: Auch wenn man über Geld nicht spricht, ist es dennoch ein großer Motivationsgrund um einen Beruf zu erlernen. Wie sieht es mit dem Verdienst eines Kitelehrers aus, gibt es hier Fixlöhne, bzw. Wo siehst du die besten Chancen gutes Geld als Kitelehrer zu verdienen?

PATRICK von Kitesurfing.at: Dies ist sehr unterschiedlich. Wenn man viel Arbeitet sollte auch „viel“ Geld dabei rausschauen. Ist dies nicht der Fall – verlasse die Station. Also pauschal kann man dies nicht beantworten. Wenn man es als Vollzeitjob machen will, sollten schon 1200.- bis hin zu 3000.- pro Monat rausschauen. Ob dann noch Unterkunft und Essen inkludiert ist, ist von Kitestation zu Kitesstation unterschiedlich. Reich wird man in dem Business nicht, zumindest nicht reich an Geld, man kann sich aber wohl auch etwas ansparen. Aber um „reich werden“ geht es meines Erachtens auch nicht – reich an Momenten und reich an Erfahrungen ist wichtiger. Und man kann sich ein verdammt großes Netzwerk aufbauen, dies ist auch nicht unwichtig.

Kiteladen: Egal an welchem Kitespot auf dieser Welt man unterrichtet, irgendwann ist die Windsaison vorbei und so ist es auch am Neusiedlersee. Die Kitesurfing Saison in Podersdorf dauert von Mitte April bis itte Oktober, also nur 6 Monate im Jahr. Was machst Du die restlichen Monate?

PATRICK von Kitesurfing.at: Urlaub natürlich, was sonst? Oder auch einfach Nichts – das sind immer meine Antworten auf diese Frage und ich liebe die Blicke der Menschen, wenn man Ihnen diese Antworten bringt. Diese Frage ist eine der häufigsten in diesem Business, kurz nach der Frage nach dem Wind. Beide sind verständlich und berechtigt – werden auch nicht langweilig.

Ist man als Vollzeit Kitelehrer tätig, machst Du nach einer Saison meist ein wenig Urlaub und fängst dann an einer anderen Kitestation an. Oder Du hast so gut verdient, dass es für den Rest des Jahres reicht und Du unterwegs sein kannst – da lebt man allerdings nicht in 5 Sterne Hotels.

Aber auch auf diese Frage kann ich keine pauschale Antwort geben – manche gehen auch wieder Studieren. Sehr wenige sind übrigens wie man denkt Kitelehrer im Sommer und Skilehrer im Winter.

Geht es bei dieser Frage um meinen „Winter“, dann kann ich mir meine Zeit freier einteilen und kann weltweit arbeiten, solange ich Internet habe – ich bin ja nicht nur als Kitelehrer im Wasser, sondern erledige auch andere Bereiche bei kitesurfing.at. Da erledige ich dann liegen gebliebene Arbeiten und mache die Nachbereitung sowie Vorbereitung für die kommende Saison. Denn nach der Saison ist bekanntlich auch wieder vor der Saison.

Weiters veranstalten wir neben unseren Kursen am Neusiedlersee ja auch Kitereisen nach Ägypten, Kenya, Dänemark, etc. am Wasser und Norwegen und Rumänien am Schnee. Insofern wird mir nicht langweilig - es gibt immer etwas zutun.

Aber gemütlicher ist es definitiv, dafür ist die Saison immer sehr intensiv. Ein schöner Kontrast, ich mag das und möchte es nicht tauschen.

Vielen DANK für diesen tollen Einblick ins Leben eines Kitelehrers, Patrick! Ohne Dich/Euch würde es unseren Sport wohl gar nicht mehr geben. Wir wünschen Dir weiterhin viel Spaß am Strand und mit Deinen Kiteschülern.

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