Kiteboards für Einsteiger und Aufsteiger

15.03.2020 03:01

Generell unterscheidet man bei Kiteboards zwischen mehreren Varianten. Neben dem Twintip Kiteboard oder auch Bidi (Bi-Directional) genannt gibt es das Directional Kiteboard, das im Grunde wie ein Surfboard aussieht. Und wie der Name schon sagt, fährt dieses Kiteboard nur in eine Richtung, daher ist bei einem Richtungswechsel auch ein Fußwechsel nötig. Directional Kiteboards werden mit und ohne Straps gefahren.

Darüber hinaus gibt es auch noch spezielle Foilboards für Kitefoiler. Als Kitesurf Anfänger oder Einsteiger solltest Du Dich jedoch für ein Twintip Kiteboard entscheiden. Twintip Boards werden übrigens als “Bidi“ bezeichnet, da du das Board in beide Richtungen bewegen kannst, ohne dabei die Fußstellung zu wechseln. Gerade zu Beginn Deiner Kitesurf Karriere solltest Du darauf achten das richtige Kiteboard für Deine Anforderungen zu finden, denn falscher Stolz und ein zu kleines Board helfen Dir ganz und gar nicht dabei, schnell Fortschritte zu machen. Auf den ersten Metern haben alle Kitesurf Beginner mit dem Zusammenspiel aus Kitesteuerung, Boardbalance und dem Geschehen um einen herum am Wasser zu kämpfen. Es bedingt einiger Übung bis Du kontrolliert Höhe laufen lernst, aber mit dem richtigen Kiteboard tust Du Dir selbst einen großen Gefallen.

Kitesurf Anfänger in der Kiteschule

Die Twintip Kiteboard Varianten

Twintip Kiteboards gibt es in zahlreichen verschiedenen Varianten und Ausführungen. Entsprechend dem persönlichen Kitelevel und der bevorzugten Disziplin kann man aus Freeride, Freestyle, Leichtwind und Big Air Kiteboards wählen. Manche Hersteller bieten mittlerweile auch spezielle „Girls“ Editions und auch Carbon-Kiteboards an.

Vor allem in den Disziplinen Leichtwind und Big Air sind Carbon Kiteboards beliebt, denn um das letzte Fünkchen Performance rauszuholen, zählt jedes Gramm an Gewichtsreduktion.Der Unterschied zwischen den Twintip Kiteboards ist nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen, doch augenscheinlich und sehr entscheidend ist der Größenunterschied.

Doch Twintip Kiteboards unterscheiden sich auch durch die Aufbiegung der Bodenkurve, die Scoop Rocker Line oder auch kurz Rocker Line genannt wird. Der Härtegrad des Twintip Boards bestimmt über den Komfort beim Fahren und auch ein wenig über die Performance. Die Outline, also der Shape des Kiteboards sorgt mitunter für ein einfaches Höhe laufen und die Leichtwindeigenschaften. Details wie Finnengröße, Channels oder Grindbase kannst Du als Beginner und auch als Aufsteiger getrost außen vor lassen, erst ab einem Fortgeschrittenen Level können diese Themen interessant werden.

 

Kiteboards für Einsteiger – Welches Kiteboard ist das Richtige für Dich?

Als Kitesurf-Einsteiger solltest Du Dir zuallererst die Frage stellen, in welchem Revier Du in der Regel Kitesurfen willst. Ist das hauptsächlich am Meer beispielsweise an der Ost- und Nordsee oder fährst Du öfter an Binnenseen, an denen vorwiegend Leichtwindbedingungen vorherrschen? Zusätzlich spielt auch das Gewicht des Fahrers eine große Rolle bei der Auswahl des Kiteboards und ebenso die verwendeten Kitegrößen. In der Kiteschule hast Du wahrscheinlich mit einem etwas größeren Kiteboard (140-160cm Länge) Deine ersten Fahrversuche absolviert. Ein großes Kiteboard erleichtert den Einstieg ins Fahren, aufgrund der großen Oberfläche ist es einfacher die Balance am Board zu halten und die lange Kante hilft Dir intuitiv Höhe laufen zu erlernen.

Freeride Kiteboards für Einsteiger und Aufsteiger

Ein großes Anfänger Kiteboard ist nicht nur für die ersten Meter von Nutzen, später kannst Du es auch noch als Leichtwind-Kiteboard verwenden. Egal ob Du öfter an Leichtwindrevieren, wie zum Beispiel Thermikspots, unterwegs bist oder im Sommer an der Ost- und Nordsee unterwegs sein willst - große Kiteboards erleichtern den Lernfortschritt und bringen Dich auch bei leichtem Wind aufs Wasser.

Erst wenn Du sicher Höhelaufen kannst und auch mal bei stärkeren Wind aufs Wasser willst, solltest Du auf ein Freeride-Kiteboard (130 – 145cm Länge) wechseln. Spätestens wenn die ersten Sprünge auf dem Plan stehen, solltest Du auf ein Freeride Kiteboard wechseln, kurze Twintip Kiteboards sind leichter und lösen sich beim Springen leichter von der Wasseroberfläche. Die neu gewonnene Wendigkeit erfordert allerdings ein höheres Fahrkönnen, aus diesem Grund empfehlen wir auch zumindest vorerst auf die 2 Board Strategie zu setzen, um bei allen Bedingungen sicher und kontrolliert Kitesurfen zu können.

Kiteboard Größen Empfehlung für Kitesurf Anfänger und Aufsteiger

Gewicht KitesurferKiteboard LängeKiteboard Breite
50-65 KG132-135 CM38-40 CM
60-75 KG134-138 CM40-41,5 CM
70-85 KG135-145 CM41- 44 CM
85-95 KG142-152 CM43-46 CM
95 KG +150-160CM45-50 CM

Freeride Twintip Kiteboards für Anfänger haben in der Regel eine dezente Rockerline, dies lässt auf auch auf gute Höhelauf- und Leichtwind-Eigenschaften schließen. Je größer die Aufbiegung der Bodenkurve eines Kiteboards ist, desto schlechter sind die Leichtwindeigenschaften, aber dafür nimmt der Fahrkomfort in choppy Bedingungen zu. Das ist nur ein Grund dafür, warum es so viele verschiedene Kiteboard Modelle und unterschiedliche Größen zu kaufen gibt. Erst die Kombination aus Fahrkönnen, Bedingungen, Kiteboard Modell und Kiteboard Größe gibt einen Rückschluss, ab wie vielen Knoten Wind ein Kitesurfer ins Gleiten kommt.

Leichtwind Kiteboards für Einsteiger

Du bist öfter an Thermik-Revieren unterwegs wo es hauptsächlich Leichtwindbedingungen gibt? Oder bevorzugst Du sogar die sommerlichen Leichtwindbedingungen an Nord- und Ostsee? Du willst gar nicht an den stürmischen und rauen Starkwindtagen raus oder trainierst Du einfach lieber an den sonnigen Tagen mit einer leichten Brise? In jedem Fall macht die Investition in ein Leichtwind Kiteboard Sinn. Erstens gibt es Dir Sicherheit, wenn Du nach Deinem Kurs die ersten Kite-Tage allein am Wasser absolvierst und Du festigst das erlernte Know-how noch viel schneller. Große Leichtwind Twintips sind nicht nur bei Anfängern gefragt - im Grunde hat beinahe jeder Kitesurfer neben einem kleineren Twintip oder Directional Kiteboard ein großes Leichtwind Kiteboard. Es hilft Dir also nicht nur bei Deinen ersten Sessions, sondern es wird Dich lange Zeit begleiten, es lässt Dich bei wenig Wind durch die Windlöcher gleiten, es verzeiht Dir kleine Fahrfehler und bringt Dich bereits bei der kleinsten Brise Wind aufs Wasser.

Leichtwind Kiteboard Größen Empfehlung

Gewicht KitesurferKiteboard LängeKiteboard Breite
50-65 KG-142 CM-42 CM
60-75 KG-145 CM-46 CM
70-85 KG-159 CM-45 CM
85-95 KG-166 CM-50 CM
95 KG +-166 CM-50 CM

Bei der Kiteboard Größe sorgt vor allem die Breite für verbesserte Leichtwind Eigenschaften, aber die Länge des Kiteboards lässt Dich früh und schnell Angleiten. Das optimale Zusammenspiel aus Breite, Länge und Rockerline sorgt für eine gute Performance im Leichtwindbereich. Die Twintipgröße muss dabei unbedingt im Verhältnis zum Gewicht des Kitesurfers stehen. Ein zu großes Board führt dazu, die Kante nicht mehr kontrollieren zu können.

Carbon Kiteboards sind leichter als konventionell gebaute Kiteboards, aber aufgrund der aufwendigen Konstruktion und der verwendeten Materialien auch teurer. Als Kitesurf Anfänger lohnt sich die Investition in ein Carbon Leichtwind Kiteboard noch nicht. Erst nach einiger Zeit, wenn Du bei sehr wenig Wind ins Gleiten kommen willst und jedes Gramm zählt, lohnt es sich, über die Anschaffung eines Carbon Leichtwind Kiteboards nachzudenken.

Kitesurf Board und Kite Strategie

Damit Du bei verschiedenen Windbedingungen Kitesurfen gehen kannst, benötigst Du mehr als nur ein Kiteboard und einen Kite. Verschiedene Kiteboard- und Kitegrößen sind der Schlüssel, um bei allen gewünschten Bedingungen aufs Wasser zu kommen. Wie groß die Windrange Deines Materials sein muss, das bestimmst nur Du selbst. Ein grober Plan hilft Dir allerdings auf lange Sicht Geld zu sparen und kein unnötiges Kitesurf Material anzuschaffen. Sprich mit erfahrenen Kitesurfern an Deinem Homespot, sag ihnen, dass Du Anfänger bist und frag nach zu welchen Kitegrößen sie Dir raten würden. Achte auch auf die Windverhältnisse und bestimme für Dich selbst, bei wie viel Wind Du aufs Wasser gehen möchtest.

TIPP: Aufgrund der verschiedenen Kite Modelle, Disziplinen und nicht zuletzt aufgrund des unterschiedlichen Gewichts der Rider sind an ein und demselben Kitespot bei den gleichen Windbedingungen Kites in zahlreichen verschiedenen Größen am Wasser. Als Kitesurf Beginner kann dies verwirrend sein, also sprich mit einem erfahrenen Kitesurfer und verlass Dich nicht auf die Kitegrößen von Leuten, die auf dem Wasser sind.

1 Kiteboard + 1 Kite Strategie

Hast Du für Dich erstmal entschieden bei welchen Windbedingungen Du vorwiegend zum Kitesurfen gehen willst, dann steht nichts mehr im Wege, um ein Kiteboard und den dazu passenden Kite zu kaufen. Solltest Du unserem Rat folgen, wird dies ein großes Anfänger Kiteboard sein und ein Freeride Kite mit großer Windrange. Freeride Kites sind gutmütig und bieten sowohl eine breite Windrange als auch eine gute Depower. Darüber hinaus sind Freeride Kites recht einfach im Handling und bieten einen guten Relaunch.
Sobald Du Dich in dem von Dir gewünschten Windbereich sicher fühlst und Du jetzt die Windrange Deiner Kitesurf Ausrüstung vergrößern willst, kannst Du zur nächsten Stufe wechseln.

1 Kiteboard + 2 Kite Strategie

Jeder zusätzliche Kite bringt Dir mehr Freiheit und Du kannst in einem breiter gefächerten Windbereich zum Kitesurfen gehen. Wenn Du verschiedene Kitegrößen von ein und demselben Modell im Idealfall auch noch aus demselben Jahr kaufst, reicht es vorerst völlig aus, nur eine Bar für beide Kites zu verwenden. Bei Freeride Kites empfehlen wir einen Größenunterschied von 3qm²: das heißt, wenn Dein erster Kite 12qm² groß ist, macht es Sinn in einen 9qm² oder 15qm² Kite zu investieren. Mit einem weiteren Kite der 3 qm² größer oder kleiner ist, veränderst Du den Einsatzbereich Deiner Kiteausrüstung um etwa 5 bis 8 Knoten.

Kiteboards für Einsteiger und Aufsteiger

2 Kiteboards + 2 Kite Strategie

Den Einsatzbereich Deiner Kitesurfausrüstung kannst Du aber nicht nur mit den Kitegrößen erweitern, sondern auch mit der Kiteboardgröße. Kleinere Kiteboards generieren weniger Auftrieb, deshalb ist mehr Wind notwendig. Kleinere Kiteboards machen aber aufgrund eines geringeren Gewichts und eines wendigeren Fahrgefühls mehr Spaß als große Twintips.

Darum empfehlen wir die „2 Kiteboards und 2 Kites Strategie“ für Aufsteiger. Wenn Du dieses Skill Level erreicht hast, wirst Du Deine ersten Sprünge bereits mit einem großen Kiteboard absolviert haben und hast nun Lust auf ein kleines Board, das sich einfach von der Wasseroberfläche lösen lässt und bei der Landung nicht allzu leicht verkantet. Mit der „2 Kiteboards und 2 Kite Strategie“ gewinnst Du etwa 5 weitere Knoten zu Deinem Windbereich hinzu.

1 Kiteboard + 3 Kite Strategie

Fortgeschrittene Kiter verzichten oftmals auf die gemütlichen Leichtwind Sessions und konzentrieren sich und ihre Kitesurfausrüstung eher auf die Starkwind Bedingungen. Dazu ist kein großes Board nötig, aber damit sich dennoch ein annehmbarer Windbereich abdecken lässt, wird ein dritter Kite benötigt. In diesem Stadium kommt auch manchmal ein Kitefoil oder ein Directional Kiteboard ins Spiel und verändert abermals alles. Fortgeschrittene Kiter greifen auch oftmals zu kleineren Abständen, was die Kitegrößen betrifft, da es mehr und mehr auf Nuancen bei diversen Kitetricks ankommt. Nur die wenigsten Kitesurfer besitzen oder nutzen mehr als drei Kites nebeneinander.

Die Kite-Paar Strategie

Kitesurfer Pärchen können durch den oft naturgegebenen Gewichtsunterschied von Mann und Frau bei der Ausrüstung mindestens eine Kitegröße einsparen. Das heißt die „2 Kiteboards und 2 Kites Strategie“ lässt sich für 2 Personen auf eine „3 Kites und 3 Kiteboards Strategie“ ummünzen - dabei wird ein Kite und ein Kiteboard eingespart. Ein Gewichtsunterschied von etwa 10 bis 15 KG macht dies möglich, dadurch kann die Frau immer den Kite eine Nummer kleiner als ihr Partner wählen.

Kennst Du übrigens schon unser Kiteladen Testcenter? Bevor Du ein Kiteboard kaufst, kannst Du es bei uns ausleihen und testen. Für die windlosen Tage können wir Dir unsere Kitesurf Lernbücher empfehlen, die Dir wertvolle Tipps geben und Dich beim Kitesurfen lernen unterstützen. Du hast Fragen, welches Kiteboard für Einsteiger das Richtige für Dich ist? Sende uns eine E-Mail an info@kiteladen.at und wir unterstützen Dich bei Deiner Suche nach dem perfekten Board.


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Kommentare

salut, bin am überlegen mir folgendes set zu kaufen und brauche professionellen rat. habe mit twintips das fahren gelernt, kann allerdings erst auf 5tage auf dem wasser zurückblicken, sonderlich weit bin ich also noch nicht, sprich höhe laufen ist noch nicht und das letzte mal ist auch schon eine weile her...check: https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/naish-mutant-fly-15qm-einsteiger-leichtwind-set/925646479-230-6194 was sagt ihr? :) danke...

jürgen, 18.08.2018 19:39
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