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Interview mit Profi-Landboarder Kris Beech

06.02.2018 07:11

Hallo Kris,


vielen Dank, dass Du uns heute einen Einblick in das Thema Landboarden gibst.

Zuerst ein paar kurze Fragen, damit wir dich besser kennenlernen.

 

Geboren: 6. April 1988
Familienstatus: Verlobt
Ich kite seit: 2009
Lieblingsmove: Back roll, Kite loop, Indy Grab
Lieblingsspot: Westward Ho!, Devon UK
Lieblingsgetränk: Was die Löwen trinken.... Wasser
 

Kiteladen: Landboarding sieht wirklich beeindruckend aus, es ist ein sehr kraftvoller Sport. Kris, bitte erzähl uns, was Dich am Landboarden am meisten fasziniert!

Kris Beech: Es gibt viele Dinge, die ich an diesem fantastischen Sport liebe, die endlosen Möglichkeiten, sich zu verbessern, die Herausforderung und das Adrenalin. Von technischen Tricks bis zu Big Airs. Dieses Fluggefühl wird nie langweilig und ich freue mich über all die großartigen Freunde, die ich durch das Landboarden gefunden habe.

 
Profi-Landboarder Kris Beech
 

Kiteladen: Soweit ich weiß, betreibst Du schon seit einigen Jahren verschiedene Extremsportarten. Es war quasi nur eine Frage der Zeit, dass Du einen Kite ausprobierst. Bleibst Du beim Landboarden und was ist Deine Vision vom Landboarden?

Kris Beech: Natürlich werde ich beim Landboarden bleiben, es ist eine Lebenseinstellung für mich, ich kann mir mein Leben nicht mehr ohne Landboarden vorstellen. Ich werde das Landboarden fortsetzen bis mein Körper aufgibt, dann werde ich meine Tage damit verbringen Events zu unterstützen und zu leiten. Meine Vision wäre es, die Perspektive der Menschen zu ändern, wir sind keine Sportart, die sich hinter dem Kitesurfen verstecken muss. Ich würde gerne mehr Events und vielleicht sogar eine Mega Loop Challenge für die Landboarder sehen. Ich liebe dieses Kite-Loop-Feeling. Ein Jugendprogramm wäre derzeit das Beste für den Sport, denn die Jugend ist die Zukunft jedes Sports.

Kiteladen: Gehst Du auch für eine Kitesurfsession aufs Wasser? Und warum - denkst Du - ist Landboarden besser als Kitesurfen?

Kris Beech: Ja, ich kite sehr viel am Wasser, aber ich würde nicht sagen, dass Landboarden besser ist, es sind einfach zwei total verschiedene Sportarten. Ich kite aber lieber am Land als am Wasser, weil es der Sport ist, den ich liebe und außerdem habe ich einen BMX und Skateboarding Background. Ich liebe das Risiko an Land, es gibt keine halbfertigen Tricks, jeder Trick muss zu 100% sitzen.

 

Landboarder Kris Beech beim Landboarden

 

Kiteladen: Was ist aus der Sicht eines Landboarders das Wichtigste am Kite? Gibt es eine spezielle Bar oder Leash?

Kris Beech: Nein, es gibt keine spezielle Bar oder Leash. Die Wahl des richtigen Kites ist außerordentlich wichtig, das hängt davon ab, auf welchem Level Du Dich befindest. Ich wähle immer einen stabilen Kite, der hervorragend für Big Airs funktioniert und mit einer entsprechenden Bar ausgerüstet ist, die mir ein gutes Feedback gibt.

Kiteladen: Lass uns über das Landboard sprechen! Was sollte ein Anfänger beachten, bevor er ein Landboard kauft? Gibt es verschiedene Stile?

Kris Beech: Eine Sache ist für Landboarder unglaublich wichtig und das ist das Gewicht des Landboards. Als Anfänger macht das Gewicht des Landboards noch wenig Unterschied, aber sobald man anfängt zu springen ist ein zu hohes Schwunggewicht schlecht, da man bei Sprüngen nicht hoch genug hinauskommt und ein sehr schweres Board unter den Füßen schwingt. Ein gutes Landboard wiegt knapp unter 6 Kilogramm.
Ja, es gibt verschiedene Arten von Landboards. Freestyle Landboards sind zum Beispiel kürzer und mit Skate Style Trucks ausgestattet. Cruising- und Raceboards sind etwas länger als Freestyle Boards und mit einem Spring Style Truck ausgestattet um mehr Stabilität zu haben, wenn man mit hoher Geschwindigkeit fährt.

Kiteladen: Und was ist mit den Reifen? Gibt es große Unterschiede?

Kris Beech: Ja, es gibt viele verschiedene Reifen. Die Wahl hängt davon ab, wo man fährt, wieviel Grip man haben möchte und zu welcher Jahreszeit man fährt. Die Reifenwahl ist eine individuelle Entscheidung des Landboarders.

 

Landboarding: Profi Landboarder Kris Beech

 

Kiteladen: Wie viel Wind brauchst Du für eine gute Session? Und wie viel Wind wäre perfekt für einen Landboard Anfänger?

Kris Beech: Ich fahre am liebsten bei 30 Knoten und mehr, das ist ideal für Big Airs und Kiteloops. Ein Anfänger lernt die Kitekontrolle und die Board Skills am besten bei 10 – 12 Knoten. Wenn man kontrolliert fahren kann, kann man selbstverständlich auch bei mehr Wind fahren.

Kiteladen: Was ist Dein bevorzugtes Landboard-Equipment?

Kris Beech: Das ist eine schwere Frage, denn mein gesamtes Landboard-Equipment ist fantastisch. Aber Sonnencreme ist unverzichtbar, wenn man so oft der Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist wie ich.

Kiteladen: Du trägst in Deinen Videos meist einen Helm, denkst Du, dass Landboarden eine gefährliche Sportart ist, worauf sollten sich Anfänger einstellen? Gibt es noch etwas, das Du zum Schutz trägst?

Kris Beech: Ja, Landboarding ist gefährlich, aber alle Extremsportarten sind gefährlich und das Leben selbst auch. Als Fahrer würde ich mir vor jeder Session die Zeit nehmen, sowohl das Risiko als auch das eigene Können einzuschätzen. Anfänger sollten immer einen Helm tragen. Stell sicher, dass ausreichend Platz zum Fliegen vorhanden ist. Manche mag es überraschen, aber ich trage Knieschützer und Fußknöchelbandagen unter meiner Jeans. Die Knöchelbandage ist auf eine alte BMX-Verletzung zurückzuführen. Die Knieschützer trage ich seit einem BMX Event, als ich beobachtete, wie Bas Keep nach einem massiven Big Air auf die Knie ging, aufstand und dasselbe nochmal machte. Nachdem ich herausgefunden hatte, dass er Knieschützer und seiner Jeans trägt. Also habe ich entschieden, dass ich auch welche tragen muss, wenn ich an meine Grenzen gehen will.

 

Landboarder Kris Beech beim Landboarding

 

Kiteladen: Es gibt nicht so viele Landboarder wie Kitesurfer. Gibt es nicht genug Platz, haben die Leute Angst verletzt zu werden? Hast Du eine Idee?

Kris Beech: Es gibt nur wenige Schulen oder Landboarding Events. Außerdem beginnen viele mit dem Landboarden um Kitesurfen zu lernen und verlieren ihre Fähigkeiten als Landboarder aus den Auge. Es gibt eine große Vielfalt an coolen Orten mit genug Platz zum Landboarden, das ist es also nicht. Ich denke im Moment müssen wir der Öffentlichkeit bewusst machen, wie großartig dieser Sport ist. Jedes Mal, wenn ich mit dem Landboard fahre, sprechen mich eine Vielzahl an Leuten an und sagen: „Wow, das habe ich noch nie zuvor gesehen, was ist das?“. Es sollte mehr Freeride Events geben, die jeder besuchen und Landboarden ausprobieren kann, egal auf welchem Leveln. Jugendveranstaltungen, auf denen Kinder Power Kiting ausprobieren können, wäre momentan das Beste für den Sport und seine Förderung.

Kiteladen: Du machst verrückte Kiteloops in einer Höhe, die 99% der Kitesurfer nicht mal auf dem Wasser machen würden. Wurdest Du jemals beim Landboarden verletzt?

Kris Beech: Ja, natürlich wurde ich schon verletzt. Ich habe mir vor ein paar Jahren den Knöchel verstaucht, der Wind war sehr böig und ich bin quasi vom Himmel gefallen. Abgesehen davon sind es meist nur die normalen Schnitte und Blutergüsse, die man sich bei jedem Extremsport zuzieht.

 
 

Kiteladen: Vielen Dank für Deine Zeit, wir wünschen Dir alles Gute für Deine kommenden Projekte und Wettbewerbe!

Kris Beech: Vielen Dank für die Einladung zu diesem Interview und vielen Dank an Peter Lynn Kites, Trampa Boards und meine Familie und Freunde für die Unterstützung!

Fly Safe

Kris

Wenn Du mehr von Kris Beech erfahren möchtest, findest Du hier seinen Instagram Kanal und seinen Blog!


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